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Exkursion Stockholm | April Mai 2010

 

Prof. Martin Hoelscher

Prof. Andreas Fritzen

Dipl.-Ing. Sarah Gräfer (HS Bochum)

 

 

Für den Projektentwurf II im Sommersemester 2010 starteten 9 Studierende des master städtebau NRW im April unter der Leitung der Professoren Martin Hoelscher und Andreas Fritzen, vorbereitet und betreut durch Sarah Gräfer, zur Exkursion nach Stockholm.

 

Nach der Landung in Skavska fuhren wir noch ca. 1h mit dem Shuttlebus bis zum Hauptbahnhof von Stockholm, von dort weiter mit der 'Tunnelbana' bis Haltestelle 'Hornstull'. Nach einem kurzen Rollkoffer-Spaziergang über die Langsholm-Brücke, erreichten wir unser Domizil: Die Jugendherberge im ehemaligen Stadtgefängnis auf der Insel Langholmen.

 

In renovierten Gefängniszellen mit Stockbetten und Stahlspinden richteten wir uns für eine Woche ein, und haben über die Turnübungen, die uns die räumliche Enge der 2-Personen-Zelle abverlangte, viel gelacht.

 

Die Zellen der Jugendherberge waren auch Museum, und so hatte man auch auf dem Weg vom Zellen-Zimmer bis zum Gemeinschaftsbad immer mal mit staunenden Besuchergruppen zu rechnen.

 


 

Unsere Woche startete mit einem Arbeitsbesuch zum Entwufsgebiet Järva-Field im Nordwesten der schwedischen Hauptstadt.

2 Masterstudenten der Stockholmer Architekturfakultät präsentierten uns ihre Überlegungen zu einem Teilgebiet.

 

Ein Spaziergang durch einen Teil des Entwurfsgebietes und ein Blick vom Hochhaus im Stadtteil Kista zeigten uns das Ausmaß des Entwurfsprojekts für 6 Stadtteile über eine Fläche von ca. 135 ha mit dem typischen Mobiliar des Stadtrandes:

Großwohnungsbau der 1970er Jahre, neuere Entwicklungen für Handel und Dienstleistung, Autobahntrassen, Gewerbeflächen, Naturschutzgebiete mit Künstlerhof, Grabeland und Streichelzoo

 




Neben der Bestandsaufnahme für das Entwurfsprojekt und den Besuchen in der Architekurfakultät von Stockholm, ergab sich ausreichend Gelegenheit die schwedische Hauptstadt kennenzulernen.

 

Zum Innenstadtspaziergang über den zentralen Platz Sergels Torg und die Besichtigung des Stadtmodells im Kulturhaus schlenderten wir im nordischen Sonnenschein durch die Altstadt 'Gamla Stan' bis zu den Hochhausscheiben Hötorgcity.

 

Am Walpurgisabend wurde unterhalb vom Königlichen Schloß ein Maifeuer entzündet und mit feierlichen Reden und Gesängen der Winter verabschiedet. Die ganze Stadt war auf den Beinen. 

 

Wir folgten einem Tipp von Stockholmer Masterstudenten und testeten das Bier in einem Club am Hafen.

 




 

Beim Besuch im jüngsten Stadtentwicklunsgebiet Hammarby Sjöstad, konnten wir die Ergebnisse der Umwandlung vom Hafenareal zum Stadtquartier nach schwedischem Standard anschauen, und finden Spuren von Stockholm als European Green Capital 2010.

 

Kinderfreundlich mit zahlreichen Spielflächen und Waldkindergarten, sowie mit hohen Anforderungen an die energetische Nachhaltigkeit - Regenwasserkreislauf, Abfallaufbereitung, naturnahe Pflanzanlagen - zeugten von einem beispielhaften Umgang mit den aktuellen weltweiten Planungsaufgaben. 

 





 

Unsere Spaziergänge führten uns ebenfalls zur Staatsbibiliothek, ein Entwurf im Stil des Neoklassizismus der 1930er Jahre des schwedischen Architekten Gunnar Asplund.

 

Im kreisrunden Lesesaal in ihrem Inneren fanden wir neben deutschsprachiger Literatur auch ein Gestaltungsvokabular, welches für die skandinavische Moderne typisch war.

 

Gemeinsam mit dem Architekten Sigurd Lewerentz plante und baute Asplund von 1914-1920 auch den Waldfriedhof 'Skogskyrkogarden' im Süden der Stadt.

 

Seine landschaftliche Gestaltung mit sakralen Einrichtungen und kleinen Waldkapellen laden ein zum Spaziergang und hinterlassen einen besonderen Eindruck. Ein Ort, für den allein eine Reise nach Stockholm lohnt.