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Exkursion Berlin | Mai 2013

 

Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt


 

Im Rahmen des Moduls 8.1 „Informelle Planung und Stadterneuerung“ beschlossen das 2. Semester und Frau Schröteler-von Brandt gemeinsam die Exkursion in Berlin stattfinden zu lassen. Vorab wurde das Sunflower-Hostel in Friedrichshain gebucht, in dem die Studierenden eine Woche unterkamen. Die Studenten bereiteten jeweils für die Begehungen der Standorte in Berlin Referate vor, um ihren Kommilitonen einen Überblick über Geschichte, Zustand und Funktion des Projektes zu geben. Innerhalb einer textlichen Ausarbeitung im Laufe des Semesters wird das Thema tiefer behandelt.

 

Am ersten Tag startete das Programm mit einem Referat über den „Abriss der Stadterneuerung in Westberlin/ BRD“. Die darauffolgende Begehung der Karl-Marx-Allee, beginnend vom Stausberger Platz, zeigte einen typischen Straßenverlauf aus dem Sozialistischen Klassizismus, gelegen in den Ortsteilen Mitte und Friedrichshain. Die prachtvollen Wohnbauten mit weiten Gewerbeflächen im Erdgeschoss dienten einst als Arbeiterpaläste, welche die Ingenieurskunst und Macht der ehemaligen DDR deutlich zeigten.

 





Am nächsten Tag wurden die Themen IBA Alt und Neu behandelt, welche im Stadtteil Kreuzberg an Wohnbauprojekten veranschaulicht wurden. Die Internationale Bauausstellung war/ist eine Architekturausstellung und ein städtebauliches Konzept des Berliner Senats, der durch fördernde Projekte die West-Berliner Innenstadt als Wohnstandort sichert und stärkt. Innerhalb der „Behutsamen Stadterneuerung“ wurden Projekte entwickelt, die den Berliner Stadterneuerungsprozess förderten.

 

Am Nachmittag erhielten die Studenten im Rahmen einer Führung durch einen Mitarbeiter der S.T.E.R.N. (Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH) einen Einblick in die Quartiersentwicklungen des Ortsteils Prenzlauer Bergs, der einen meist großen Kontrast im stadtplanerischen, sozialen und ökonomischen Bereichen gegenüber Kreuzberg zeigt.

Der durch sämtliche Gebäudesanierungen von Gentrifizierung betroffene Ortsteil, auch Prenzlberg genannt, wurde um die Jahrtausendwende zum Szeneviertel Berlins. Das in der DDR-Zeit vernachlässigter Gebiet, wurde in Folge der Vereinigung Deutschlands städtebaulich weitreichend aufgewertet. Die breiten Straßenzüge, welche von hochwertigen Altbauten geprägt werden, bieten qualitätsvolle Boutiquen, Wellnessangebote sowie Bars und Restaurants. Die Hinterhöfe wurden aufwändig saniert, teilweise durch Eigeninitiative der Hausgemeinschaften.

 

 




Die Führung endete nach einer Besichtigung im Park Leise, ein ehemaliger Friedhof, der im Stadtteil Prenzlauer Berg neben anderen, kleineren Grünflächen einen weiten Platz zum Entspannen bietet.

Im Anschluss sahen sich die Studenten den Wohnpark Am Friedrichshain, ein Berliner Beispiel des „Gated Community“, an. Die sogenannten Prenzlauer Gärten, gesäumt durch weiße, homogen gestaltete Townhouses bilden ein kleines Straßendorf für Wohlhabende mitten in der Stadt.

Um die Vielseitigkeit Berlins deutlich zu machen, besichtigten die Studierenden am folgenden Tag den Ortsteil Marzahn, der mit seinen elfgeschossiger Plattenbauweise im Vergleich zu den Prenzlauer Gärten einen günstigen Wohnraum mit zahlreichen Grünanlagen bietet.

  

 




Ein Kontrast dazu bildet das Nikolaiviertel in der Stadtmitte, welches das älteste Wohngebiet Berlins ist. Dabei handelt es sich um eine frühe Sanierung noch im Rahmen der Stadterneuerungsstrategie der DDR mit der Rekonstruktion des Stadtgrundrisse und der Einfügung von historisierenden Plattenbau-Fassaden in den historischen Grundriss. Das durch schmale Straßen und der Nikolaikirche ausgestattete Viertel ist immer wieder ein Anziehungspunkt für Touristen.




Als Abschluss des Tages ließ sich die Gruppe in den Prinzessinnengärten nieder, um bei einem gemeinsamen Bier zu entspannen.


Der darauffolgende Tag gab den Studenten einen Einblick in den Sozialen Wohnungsbau und sogleich UNESCO-Welterbe, die Hufeisensiedlung im Berliner Ortsteil Britz. Gestaltet von den Architekten Bruno Taut und Martin Wagner, stellt die Großsiedlung einen Ort dar, in dem Grün- und Freiraum sowie die Idee des Neuen und Wirtschaftlichen Bauens einen hohen Stellenwert bilden. Die Gropiusstadt im Bezirk Neukölln unterstreicht durch ihre Gestaltung und Nutzung diesen Leitgedanken.

 

Am Nachmittag ging es mit einer Besichtigung des stillgelegten Flughafens Berlin- Tempelhof weiter. Durch eine Führung wurde die Geschichte, Entwicklung und der aktuelle Zustand den Studierenden näher gebracht. Die imposante Flughafenhallen, tiefe Räume des Luftschutzbunkers sowie die weite, ehemalige Landebahn stehen heute unter Denkmalschutz.


Am letzten Tag schaute sich die Gruppe den Park am Gleisdreieck (Ostpark) an, welcher aus einer ehemaligen Bahnbrache zu einer Grün-und Erholungsanlage entwickelt wurde.

Der restliche Tag stand zur freien Verfügung und wurde von den Studierenden zur Erholung, weiteren Ortsbesichtigungen oder Shopping genutzt.

Gemeinsam ließ die Gruppe die Woche mit dem Finalespiel der UEFA Champions League ausklingen.