Brasilien - Exkursion 2026

14 Tage, sechs Städte, 22 Studierende und unzählige architektonische Eindrücke – unsere Brasilien-Exkursion führte uns 2026 von São Paulo über Paraty und Rio de Janeiro bis nach Ouro Preto, Belo Horizonte und Brasília. Im Mittelpunkt standen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, vor allem die brasilianische Moderne. Gleichzeitig ging es darum, die Städte und ihre besonderen Räume nicht nur aus Büchern und Plänen kennenzulernen, sondern sie vor Ort zu erleben.

## São Paulo

Unsere Reise begann in São Paulo. Bei strahlendem Sonnenschein tauchten wir direkt in die riesige und lebendige Metropole ein. Die ersten Tage standen ganz im Zeichen der brasilianischen Moderne. Wir besuchten unter anderem das MASP von Lina Bo Bardi, das MuBE von Paulo Mendes da Rocha und das Sesc 24 de Maio. Besonders spannend war es, die unterschiedlichen architektonischen Haltungen unmittelbar vor Ort zu erleben und zu sehen, wie stark die Gebäude mit dem öffentlichen Raum verbunden sind.

Ein besonderes Erlebnis gleich zu Beginn war die Führung durch das Edifício Copan von Oscar Niemeyer. Die geschwungene Fassade ist aus dem Stadtbild São Paulos kaum wegzudenken. Für unsere Gruppe wurde die Besichtigung noch besonderer, als wir überraschend auch den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach betreten durften – mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt.

In den folgenden Tagen besichtigten wir weitere Werke von Lina Bo Bardi, darunter das Sesc Pompéia und die Casa de Vidro*. Gerade das Sesc Pompéia zeigte eindrucksvoll, wie aus einem ehemaligen Industrieareal ein lebendiger Ort für Kultur, Sport und Begegnung entstehen kann. Zwischen den geplanten Besichtigungen blieb immer wieder Zeit, São Paulo selbst zu erkunden. Das Nebeneinander von Hochhäusern, historischer Bausubstanz, dichtem Stadtleben und unterschiedlichen öffentlichen Räumen machte die Stadt zu einem intensiven Auftakt unserer Reise.

## Paraty und Rio de Janeiro

Nach vier Tagen in São Paulo machten wir uns auf den Weg Richtung Küste. Unser Zwischenstopp in Paraty hätte kaum unterschiedlicher sein können. Nach der riesigen Metropole erwartete uns eine kleine historische Küstenstadt mit engen Straßen, kolonialen Häusern und einer ganz anderen Atmosphäre.

Von dort ging es weiter nach Rio de Janeiro. Schon die Lage der Stadt zwischen Bergen, Meer und dicht bebauten Stadtteilen machte deutlich, wie eng Architektur und Landschaft hier miteinander verbunden sind. Wir erkundeten die Copacabana, fuhren auf den Pão de Açúcar und konnten Rio aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben.

Auch hier begegneten wir wieder der brasilianischen Moderne. In der Casa das Canoas, dem ehemaligen Wohnhaus von Oscar Niemeyer, wurde besonders deutlich, wie fließend die Grenzen zwischen Gebäude und Landschaft sein können. Ein weiterer Höhepunkt war die Führung durch das Pedregulho, die von Affonso Eduardo Reidy entworfene Wohnanlage. Die Besichtigung gab uns einen Einblick in die sozialen und städtebaulichen Ansätze der brasilianischen Moderne.

## Ouro Preto und Belo Horizonte

Auf dem Weg nach Belo Horizonte legten wir einen Zwischenstopp in Ouro Preto ein. Die historische Stadt mit ihren steilen Straßen, barocken Kirchen und kolonialen Gebäuden bot erneut einen starken Kontrast zu den modernen Metropolen der vergangenen Tage.

In Belo Horizonte beschäftigten wir uns anschließend wieder intensiver mit der Moderne. Besonders im Conjunto Moderno da Pampulha konnten wir das Zusammenspiel von Architektur und Landschaft erleben. Das von Oscar Niemeyer geprägte Ensemble mit der Kirche São Francisco de Assis, dem Museu de Arte da Pampulha und weiteren Bauten wurde durch die Landschaftsgestaltung von Roberto Burle Marx ergänzt. Hier wurde besonders deutlich, wie eng Architektur, Freiraum und Landschaft in Brasilien zusammengedacht wurden.

## Brasília

Die letzte Station unserer Reise war Brasília. Nach den vielen unterschiedlichen Stadtbildern der vergangenen Tage wirkte die Hauptstadt noch einmal völlig anders. Hier stand der von Lúcio Costa entwickelte Plano Piloto mit seinen großzügigen Achsen und monumentalen Stadträumen im Mittelpunkt.

Wir erkundeten den Eixo Monumental und besuchten unter anderem die Torre de TV, die Rodoviária do Plano Piloto, die Catedral Metropolitana und die Esplanada dos Ministérios. Viele der bekannten Bauwerke stammen von Oscar Niemeyer – nun konnten wir sie nicht mehr nur als einzelne Gebäude betrachten, sondern im Zusammenhang mit dem übergeordneten städtebaulichen Konzept.

Besonders interessant war die Führung durch den Congresso Nacional, bei der wir einen Blick in eines der wichtigsten politischen Gebäude Brasílias werfen konnten. Auch der Besuch der Universidade de Brasília bot noch einmal die Gelegenheit, uns mit der Planung und Architektur der brasilianischen Moderne auseinanderzusetzen.

 

Nach zwei intensiven Wochen voller Besichtigungen, Führungen, gemeinsamer Erlebnisse und langer Wege ließen wir die Reise bei einem gemeinsamen Churrasco ausklingen. Danach hieß es Abschied nehmen von Brasilien und die Rückreise nach Deutschland anzutreten.

Die Exkursion hat uns nicht nur zahlreiche bedeutende Bauwerke nähergebracht, sondern vor allem gezeigt, wie unterschiedlich Architektur auf Stadt, Landschaft, Klima und Gesellschaft reagieren kann. Viele der Eindrücke – von den dicht bebauten Straßen São Paulos über die Landschaft Rios bis zu den monumentalen Achsen Brasílias – werden uns sicherlich noch lange begleiten.

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