Agriculture meets Manufactoring

Gewerbegebietsentwicklung im Rahmen der iba27

Mit dem Modellprojekt „Agriculture meets Manufactoring“ stellt die iba27, die zum 100. jährigen Jubiläum der Werkbundschau in Stuttgart stattfindet, ein als Zwischenraum zu bezeichnendes Gewerbegebiet außerhalb von Stuttgart in der Stadt Fellbach zum Experimentiergrund für ideenreiche Studierendengruppen bereit. Aufgeteilt in 17 Bearbeitungsbereiche sollen das Gewerbe modern, nachhaltig und zukunftsorientiert, im Rahmen des studentischen Wettbewerbs, entwickelt werden.

Der Master Städtebau NRW nimmt mit Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl und M. Sc. Luis Schönthal, mit der Unterstützung von Dipl. Ing. Susanne Weihrauch an dem Wettbewerb teil, welcher im Frühjahr nächstes Jahr sein Ende in einer Ausstellung in Stuttgart finden wird. Ein kleiner Reisebericht von der zweitägigen Exkursion vom 12.10 – 13.10 anbei:

Stuttgart 21, Weisenhof, Cannstatter Wasen, Käse Spätzle. Schwabenland halt. Und dieses Schwabenland lud die Studierenden des ersten Semesters aus dem Verbundstudiengang Master Städtebau NRW zur ersten Exkursion ein.
Doch bevor die Wuselei vor Ort anfangen konnte hieß die erste Mission: Ankommen. Dem „man probieren mal alles, vielleicht kommt ja wer pünktlich“ Gedanken folgend, wurden alle möglichen Pferde ins Pünktlichkeitsrennen geschickt. Ob Bahn oder Auto egal. Das Ergebnis zu 15 Uhr am Montag war dann eher dürftig und als kosmetisch anzusehen. Mit fünf anwesenden Studierenden kann man die von Thorsten Erl und Luis Schönthal orchestrierte Neulanderfoschung natürlich schlecht durchziehen. Laune daher eher mies und die, die pünktlich anwesend waren freudestrahlend. Bis 16 Uhr konnte man der Gruppe dann eine Vollständigkeit bescheinigen. Läuft. Gelaufen ist es auch durchs Gewerbegebiet in Fellbach, mit Planerschritt, Notizbuch und Kameras war keine Einfahrt vor der Horde motivierter, angehender Städtebau mehr sicher. Mäandernd zwischen Lagerhallen, Büros und allem was ein schwäbisches Gewerbegebiet nahe Stuttgart zu bieten hat wurden sicherlich so viele Fotos gemacht, dass der Cloud Ordner zerreißen wird.
Nachdem auch die angrenzenden Bio Landwirtschaftsflächen Sicht-, Riech- und Haptikergründungen unterzogen wurden mussten die gesammelten Eindrücke erstmal sacken. Bekanntlich klappt das am Besten bei nem Imbissdinner und einigen Hopfenerzeugnissen. So war das Alt-Stuttgart vor der besagten Horde von Wissenshungrigen Studierenden nicht sicher. Hat Spaß gemacht, wir kommen wieder!

Schlafarm wurde am nächsten Morgen in der Lobby des autonomen Automatenhotel (Danke Thorsten für den Neologismus!) der Schlachtplan für den Tag geschmiedet. Das Gewerbegebiet hatte uns noch nicht los. So summelten wieder über 20 Studierende durch Gassen, Tore, Parkplätze um die Geheimnisse des Entwurfsgebietes 14 zu ergründen. Auch in die uminösen, zur Lebendigkeit zu entfachenden Gebäude wurde mal hineingesehen. Was man da alles so finden kann!
Wie auch immer, nach genug verdutzten Blicken, sodass man sie nicht mehr aufzählen kann stand noch der geschichtsträchtige Termin der Zwei-Tages Detour an: Besuch der Weisenhofsiedlung und der Sonderausstellung der N_AS in der dortigen Architekturgalerie. Schwärmend von der Lehre in Siegen und wandernd durch die maximal 30 m² große Ausstellung wurde allmählich klar: Verdammt jetzt müssen wir ja noch zurück in die Jeckenstadt. Auch hier wieder auf verschiedene Pferde setztend machte sich die lustre Reisegruppe auf den Ritt zurück, an Pause kaum denkend, denn am nächsten Morgen sollen die gewonnenen Erkenntnisse in richtige Schlussfolgerungen verpackt werden.
Projektwoche sei dank.

Aus Fellbach nehmen wir eine Menge an guten Gedanken und Erinnerungen mit. Bis nächstes Jahr zur Ausstellung der Ergebnisse, wir sehen uns Fellbach!

Verfasser: Raphael Stock

Fotos: Hannah Wirth

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