BRÜCKENKOPF Severinsbrücke Köln 2012
Stockholm Järvafield 2010
Bonn 2009|10
Ründeroth 2008
Monheim 2007|08
Gummersbach 2006|07



Bearbeitung

Christoph Hülsebusch

Katrin Steins

Magdalena Twarowska







GRÜNES Z

Die städtebauliche Konzeption sieht vor, das Gebiet in zwei Teilbereiche zu gliedern. Im nördlichen Bereich des Plangebiets soll, entsprechend der angrenzenden Nutzung durch das Bundesamt für zentrale Dienste und der Gewerbebetriebe, die gewerbliche Nutzung im Vordergrund stehen, d.h. hier sollen vorrangig Büro-, Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen angesiedelt werden, daneben können auch Gastronomie- und Versorgungsbetriebe, sowie kleinere Dienstleister und nicht störendes Gewerbe die Struktur ergänzen. Im südlichen Teil des Quartiers soll die Wohnnutzung Vorrang haben.





Konstruktionsprinzip

Der Entwurf arbeitet mit geometrischen Achsen, die sich aus dem nördlichen Bestand, dem Ministerium für Finanzen, ableiten. Zusätzlich wird eine gekippte Achse ergänzt, um das statische Grundgerüst aufzulockern und individuelle Räume zu erzeugen. Das Achsenkreuz durchzieht die gesamte Gestalt, formt jede Parzelle und setzt die naturräumliche Verknüpfung des südlichen Grünzuges mit dem östlichen Raum in einer Geste um. Im Zuge der freiräumlichen Fusion wird der renaturierte Bachlauf in einer öffentlich zugänglichen Fläche umgesetzt. Der permeable Linearpark verläuft in der Grundfigur wie ein Z, so dass die Architektur typologisch darauf reagiert. In jedem Einzelraum wird ein Gebäude als Abschluss integriert, bei jedem Richtungswechsel entstehen architektonische Gelenkpunkte, die sich jeweils durch gemeinschaftliche oder öffentliche Institutionen von den anderen Nutzergruppen abheben. So erhält die Schule im Westen einen neuen Standort, der in Kombination mit dem neuen Bahnhaltepunkt das Freiraumsystem nutzungsbezogen zoniert. Dem Ministerium für Finanzen wird eine zukünftige Entwicklung in einem bestehenden System ermöglicht.





Lokale Grünvernetzung

Das bestehende Straßensystem wird übernommen, um die darunterliegende Infrastruktur vor Eingriffen zu schonen. Parallel zur Bahntrasse wird das gewerblich geprägte Rückgrat vollendet. Die weitere bauliche Entwicklung umgibt den nördlichen Kopf des Freiraumsystems und integriert eine Mischung aus gewerblichen Blockstrukturen und aufgelösten Blockrändern, die Wohneinheiten mit Dienstleistungsbereichen im Erdgeschoss verbinden. Straßenbegleitend entwickeln sich Ateliers, Studios und ein Studentenwohnheim. Das Wohnheim wird als städtebaulicher Hochpunkt inszeniert und löst damit eine radiale Abfolge von Hochpunkten entlang des nördlichen Gewerbegürtels aus.





Der Prozess der städtebaulichen Auflösung des Baublocks vollzieht sich im südlichen Areal weiter. Differenziert durch die zentralen Wasserflächen und die Promenadensituation verbindet das Areal die östlichen und südlichen Fragmente. Das rein durch Wohnbebauung geprägte Gebiet besteht aus Reihenhäuser, welche die Topographie neu ordnen und die Verwendung von Terrassenhäusern generieren. Ausnahme bildet der Gelenkpunkt, der in diesem Kontext als Schule mit Turnhalle umgesetzt wurde. Der naturräumliche Schwerpunkt fördert die Sensibilisierung der Bürger und Besucher mit dem Umgang nachhaltiger Ressourcen und funktioniert als Begegnungsforum unterschiedlicher Nutzergruppen und Interessen.