Transformation

Kulturelle Zwischennutzung als Katalysator für die Transformation von Innenstädten

Der Strukturwandel im Einzelhandel setzt die traditionell auf Gewerbe und Handel ausgerichteten urbanen Räume in den Innenstädten unter Druck – dies lässt sich auch in den zentralen Kölner Handelslagen beobachten und führt zu einer steigenden Zahl von Leerständen und Mindernutzungen, die nicht nur Ladenlokale, sondern auch angrenzende Infrastrukturen wie Parkhäuser oder obere Verkaufsetagen betreffen. Dies wirft Fragen auf: Welche kohärenten Sekundärnutzungen sind erforderlich, um die Attraktivität dieser zentralen urbanen Räume zu steigern? Welche Möglichkeiten der Mehrfachnutzung ergeben sich? Wie können kommerzialisierte Zwischenräume und öffentliche Räume sinnvoll genutzt werden? Kulturelle und künstlerische Aktivitäten sind unbestreitbar von großer Bedeutung für die Belebung von Stadträumen und schaffen Treffpunkte in einer sich zunehmend entfremdenden Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage ist daher, welche Rolle die Kultur in Form von kultureller Zwischennutzung bzw. Pioniernutzung in der Transformation von Innenstädten spielen kann.

Ein entscheidender Mehrwert dieses Projektes liegt in der explorativ-forschenden Herangehensweise im Sinne eines Reallabors. Diese Methode ermöglicht es, städtische Räume nicht nur theoretisch zu untersuchen, sondern sie in einem realen, praxisorientierten Umfeld zu testen. Durch die experimentelle Nutzung von Flächen in Echtzeit können Rückschlüsse über deren Potenzial, Auslastung und Akzeptanz in der Bevölkerung gezogen werden. Das Reallabor bietet zudem eine Plattform für innovative, partizipative Ansätze, bei denen die direkte Interaktion zwischen Immobilieneigentümern, Stadtverwaltung, Hochschule und der freien Kunst- und Kulturszene gefördert wird. Diese Zusammenarbeit schafft neue Allianzen, die über die Dauer des Projekts hinaus Bestand haben können und damit langfristig zur Stabilisierung und Belebung der Innenstadt beitragen.

Beteiligte Wissenschaftler*innen: Prof. Yasemin Utku, Jan-Philipp Neuer (TH Köln) 
Mitwirkung von Studierenden im Master Städtebau NRW, u.a. 
Projektpartner und Fördermittelgeber: Stadt Köln 
Laufzeit: 12.2024 bis 12.2025

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RE:THINKING Barmen

RE:THINKING Barmen

Im Wuppertaler Stadtteil Barmen lassen sich die Ideen der autogerechten Stadt auch heute noch deutlich ablesen. Aufenthaltsräume sind versiegelt und rar, Grünflächen sind Mangelware, die Wupper zwar optisch präsent, aber weder erfahrbar noch zugänglich. Die mit dem steigenden Flächenbedarf der Infrastruktur einhergegangene Versiegelung der Oberflächen führt bei Starkregenereignissen und Schneeschmelze vermehrt zu einer Überlastung des kanalisierten Wupper- Flussbetts. Die Folge sind Überschwemmungen der Innenstadt. Durch den hohen Versiegelungsgrad der Talsohle stellen Hitzeinseln und das Verbauen von Frischluftschneisen die Stadt zudem vor zunehmend große Probleme.

Da es sich hierbei um eine gesamtstädtische Aufgabe handelt, welche die Stadt nur schrittweise und sektoral bearbeiten kann, war zunächst und exemplarisch der Stadtteil Barmen Gegenstand der Untersuchung hinsichtlich seiner Herausforderungen und klimasensiblen Stadtentwicklungspotenziale. Insbesondere die multimodalen Ankunftsorte in der Talachse zwischen der Schwebebahnhaltestelle Adlerbrücke, dem Barmer Bahnhof, der SBH Alter Markt, dem St.-Etienne-Ufer und der SBH Werther Brücke waren tiefgreifend zu betrachten. Ziel des Projekts war sowohl die wissenschaftliche Untersuchung des Gebiets als auch die Erarbeitung von Konzepten für eine klimaadäquate und sozialverträgliche Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Ergebnisse werden in den gesellschaftlichen Diskurs zur klimasensiblen Stadtentwicklung im Stadtteil Barmen eingespeist und bereichern die Planungen der Stadt Wuppertal.

Beteiligte Wissenschaftler*innen: Jan-Philipp Neuer, Prof. Yasemin Utku (TH Köln) u.a. 
Projektpartner und Fördermittelgeber: Stadt Wuppertal 
Laufzeit: 02.2024 bis 05.2025

Fotos: Hannes Soballa

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Mapping/Imagine/Connecting

Mapping / Imagine / Connecting the City – Potenzialraumanalyse für kulturelle Aktivitäten in Köln

Stadträume sind in Bewegung. Sie werden bewegt von Menschen, die diese Räume nutzen, sich diese aneignen, weiterentwickeln und mit Inhalten aufladen. Kulturelle und künstlerische Aktivitäten sind für die Entwicklung dieser Räume von besonderer Bedeutung. Doch um welche Räume geht es? Das Spektrum der Räume ist mindestens ebenso groß wie die Optionen der kulturellen Nutzung. Eine Übersicht über die Vielfalt an Räumen und Nutzungen in Köln liegt bislang nicht vor. Ebenso ist die Dynamik der Entwicklungen nicht bekannt. Es ist unklar, wo Chancen oder Bedarfe für eine Entwicklung von Räumen liegen oder wer welche Räume für kulturelle Aktivitäten sucht. Daher war es Ziel der Forschungskooperation mit dem Kulturraummanagement der Stadt Köln, das Spektrum der Nutzungen und Raumtypen zu ermitteln und anschaulich zu vermitteln. Die Ergebnisse des mehrstufigen Projektes dienen als methodischer Diskussionsbeitrag für eine perspektivisch anzulegende gesamtstädtische Untersuchung.

Beteiligte Wissenschaftler*innen: Prof. Yasemin Utku, Jan-Philipp Neuer (TH Köln), u.a. 
Projektpartner und Fördermittelgeber: Stadt Köln  
Laufzeit: 01.03.2023 bis 30.08.2024

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Perspektivwechsel

Perspektivwechsel ebertplatz

Der Ebertplatz in Köln ist seit Jahren Gegenstand intensiver Diskussionen: Einerseits prägen Instandhaltungsstau, Drogenhandel und soziale Probleme die Debatten – andererseits hat sich der Ebertplatz als Ort der kreativen Szene mit zahlreichen Veranstaltungen sowie als Treffpunkt für die angrenzenden Quartiere etabliert. Wie der Platz in Zukunft aussehen soll, ist noch unklar. Umso deutlicher sind die Fragen, die es zu beantworten gilt: Wie kann ein öffentlicher Platz so gestaltet werden, dass er für alle in der Stadt attraktiv ist? Welche Beteiligungsformate schaffen eine nachhaltige Mitgestaltung? Lassen sich Gestaltungsmöglichkeiten erproben? Im Rahmen der „Phase 0“ – der Vorbereitungsphase für einen Planungswettbewerb – sollen Ideen für die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Ebertplatzes entwickelt werden.

Dies war der Anlass für ein Projekt der Fakultät für Architektur der TH Köln, das in einem partizipativen Prozess in Zusammenarbeit mit dem Brunnen e. V., Baukultur NRW und der Zwischennutzung „Unser Ebertplatz“, Ämtern der Stadt Köln und unter Einbindung der Stadtöffentlichkeit erarbeitet wurde. Ein zentrales Element war die Konzeption, Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung einer temporären, rund fünf Meter hohen Freitreppe. Diese diente ab 2023 für rund ein Jahr als Zugang, Treffpunkt und Veranstaltungsort auf dem Ebertplatz, um einen Perspektivwechsel in der Wahrnehmung des Ortes anzustoßen.

Beteiligte Wissenschaftler*innen: Prof. Yasemin Utku, Susanne Kohte, Chris Schroeer-Heiermann (TH Köln) 
Mitwirkung von Studierenden im Master Städtebau NRW, u.a. 
Projektpartner: Landesinitiative Baukultur NRW, Stadt Köln, Brunnen e. V. und andere 
Fördermittelgeber: Landesinitiative Baukultur NRW und andere 
Laufzeit: 01.09.2021 bis 30.09.2024

Foto: Burkhard Wennemar

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Digitale Dorf.Mitte

Digitale Dorf.Mitte

Trotz offiziellen Abschluss des Projekts „Digitale Dorf.Mitte“ werden in den Dörfern Arfeld, Rauland und Puderbach einzelne Projekte weiterhin umgesetzt. Die Westfälische / Siegener Rundschau berichtete die Tage über den aktuellen Stand (zur vergrößerten Ansicht auf den Zeitungsartikel klicken).

Weitere Informationen zur Digitalen Dorf.Mitte finden Sie auch auf der Internetseite des Projekts: www.digitale-dorfmitte.de

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Digitale Dorf.Mitte

Forschungsprojekt der uni siegen

Digitale Dorf.Mitte

Am 08. Juni 2018 übergibt Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, den Förderbescheid für das Demonstrationsvorhaben Digitale Dorf. Mitte der Universität Siegen an Dana Kurz M. Sc., Lehrbeauftragte im Master Städtebau NRW. Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung bis zum Sommer 2020 mit 256.000 € gefördert. Das Projekt Digitale Dorf.Mitte ist eines von drei Starterprojekten, die aus insgesamt rund 240 Projekten vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung ausgewählt wurden.

Zitat aus der Presseerklärung des BMEL:

„Digitale Dorf.Mitte“, Universität Siegen, Lehrgebiet Stadtplanung und Planungsgeschichte
„Mit dem Projekt Digitale Dorf.Mitte werden die identitäts- und gemeinschaftsbildenden Orte eines Dorfes gestärkt und neu belebt. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien für die Belange der Dorfgemeinschaft, Angebote einer digitalgestützten Daseinsvorsorge und Mobilität stehen im Zentrum des Projektes. Die traditionelle Dorfmitte mit ihrer nachlassenden Funktion als sozialem Zentrum und Versorgungsschwerpunkt erfährt durch die Überlagerung mit der neuen Funktion Digitale Dorf.Mitte eine Transformation und die zunehmend virtuelle Vernetzung eine räumliche Verortung.“

Projektleitung: Prof Dr. Hilde Schröteler-von Brandt und Dana Kurz M.SC.

Foto: BMEL / Felix Zahn

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Masterstädtebau NRW